Verschluss des Tracheostomas nach erfolgreicher Dekanülierung

Kann das Dekanülierungsmanagement abgeschlossen werden und damit die Trachealkanüle entfernt werden, muss das Stoma verschlossen werden.

Da es verschiedene Techniken gibt, wie ein Tracheostoma angelegt wird, ist das weitere Vorgehen davon abhängig. Je nach Operationstechnik verschließt sich eine solche Öffnung der Trachea unterschiedlich schnell von selbst. Eine Dilatation beispielsweise zieht sich häufig schnell zusammen. Ein plastisch angelegtes Tracheostoma hingegen muss operativ verschlossen werden.

In allen Fällen muss direkt nach der Dekanülierung – also dem Entfernen der Trachealkanüle – das Stoma abgeklebt werden. Ein unzureichend verschlossenes Tracheostoma birgt folgende Risiken:

  • Druckverlust beim Husten
    Der durch das Husten erzeugte hohe Druck entweicht durch das Tracheostoma wodurch die Effektivität des Hustenstoßes im Larynx gesenkt wird;
  • Druckverlust bei der Phonation
    Entweicht Luft bei der Phonationsatmung durch das Tracheostoma, verliert die Stimme an Kraft und wirkt leise, heiser und dünn;
  • Einstiegspforte für Keime
    Ein Stoma ist eine Öffnung, durch die Keime und Staub in die Luftröhre eindringen können;
  • Einatmung
    Auch die Einatmung ist betroffen, da bei der Einatmung ein Teil der Luft durch das Stoma einfließt. Diese Luft umgeht allerdings die Anfeuchtung und Anwärmung, die normaler Weise durch die Nasenschleimhaut übernommen werden. In der Folge kann es zu Infektionen der unteren Atemwege kommen.

Dekanülierungspflaster

dekanuelierungspflaster

Mit einem speziellen Weaning- und Dekanülierungspflaster erreicht man ohne besondere Verbandstechnik einen Verschluss des Stomas. Die Abdichtung übernimmt ein in das Pflaster integrierter Cuff, den man mit maximal 20ml Luft füllt und der dadurch einen leichten Druck auf die Öffnung ausübt. Der Cuff ist aus sehr weichem Kunststoff gefertigt und schließt auch bei unebener Umgebung gut ab.

Spezieller Stomaverband

Stomaverband

Für einen Verband nach erfolgter Dekanülierung braucht man Cavilon, eine Multikompresse, einen Tupfer aus Mull und Pflaster.

Mit einer Kombination aus Kompressen, Tupfer aus Mull und Pflaster kann ein Tracheostoma ausreichend verschlossen werden. Bei der Phonation und besonders beim Husten, sollte der Patient zusätzlich mit dem Finger Druck auf das Stoma ausüben um den Verschluss zu verbessern.

Für die Haut ist das braune Pflaster dabei allerdings nicht die optimale Wahl. Um eine bessere Verträglichkeit des Pflasters zu erreichen und die Haut darunter zu schützen, sollte Cavilon-Creme aufgetragen werden. Diese bildet eine Schutzschicht auf der Haut, die Irritationen verhindert.

Operativer Verschluss

Der natürliche Verschluss eines Tracheostomas kann mit dem Dekanülierungspflaster oder dem Stomaverband unterstützt werden. Ein operativer Verschluss des Stomas sollte aber immer durchgeführt werden. Auch bei einer Punktionstracheotomie bleibt teilweise eine kleine Fistel, durch die Druck entweichen kann und Keime eindringen können.