Altertum

Die Tracheotomie ist einer der ältesten bekannten Operationen.

In einem Papyros aus der Zeit 1500 v.Chr., das in Luxor gefunden wurde, gibt es bereits Hinweise auf das Öffnen der Luftröhre.

Die anatomischen Strukturen waren bereits 3000 v.Chr. bekannt. Bereits in der ersten Dynastie der Ägypter unter König Aha gibt es Anmerkungen zu Anatomie und Operationen im Halsbereich.

Mittelalter

Im Mittelalter wurden erstmals gekrümmte Röhrchen als Vorläufer der heutigen Trachealkanülen eingesetzt.

Im 15. und 16. Jahrhundert werden erste Berichte über Tracheotomien in Fachschriften veröffentlicht.

In Sprengel’s Geschichte der Cirurgie findet sich diese Passage:

„Er hält die Operation für gefahrlos, da keine edle Organe dabey verletzt und die
Blutgefässe leicht vermieden werden können. Er erhebt sie mit grossen Lobsprüchen, da plötzlich das Leben dadurch gerettet werde, welches schon verloren schien: vorzüglich scheint sie ihm zu seyn, wenn fremde Körper in die Luftröhre gefallen sind, oder dieselbe voll zähem Schleim steckt“

18. Jahrhundert

Tracheotomien wurden vor allem bei Diphterie-Epedemien angewandt.

Die Weiterentwicklung der Tracheotomie im 18. Jahrhundert war entscheidend geprägt, durch den zunehmend großzügigeren Einsatz des Verfahrens bei Croup (Diphtherie).

Der verstärkte Einsatz des Luftröhrenschnittes bei Croup begann zunächst in Frankreich. Dabei gab es erst immer wieder Rückschläge; viele Patienten überlebten die Operation nicht.

„Das Kind liegt in den letzten Zügen. Die Operation wird gemacht, das Blut fliesst in Strömen, die Öffnung ist gross, die Luft hat freien
Zutritt und das Kind ist – todt. Man findet das Corpus delicti weder im Larynx, noch in der Trachea, und Monsieur Caron schreit: Hier ist nie ein Croup gewesen (o berühmter Caron!). Tief in den Bronchien findet man weissen Schleim, wie ein Brei in Menge angehäuft.“

Ab 1812 häufen sich aber die Berichte über erfolgreicher Luftröhrenschnitte bei Croup und die Tracheotomie wird bei verschiedenen kleineren „Diphteritis-Epedemien“ vermehrt angewandt.

1835 gab es 60 bestätigte Berichte über Tracheotomien bei Croup, von denen in 18 Fällen die Operation mit einer Heilung einher ging.

19. Jahrhundert

Bemerkenswert im 19. Jahrhundert sind die verbesserte Durchführung der Tracheotomie und die höhere Bedeutung der Nachsorge tracheotomierter Patienten.

Wilhelm Baum (1799 – 1883) legte besonderes Augenmerk auf die Durchführung der Tracheotomie und die Nachsorge der Tracheostomata.

„…und er brachte selbst stundenweit die kleinen Kranken mit herein (…) um dort die Operation und die noch wichtigere Nachbehandlung unter den möglichst günstigsten Verhältnissen zu besorgen.“
Schuchardt

Die Tracheotomie bekommt ihren bis heute gültigen Status einer vorübergehenden Intervention.

Im 20. Jahrhundert

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Technik immer weiter verfeinert.

  • Verbesserung der Schnitte,
  • Verbesserung der Position und
  • Verbesserung der Geräte und Trachealkanülen.