Dekanülierung

Die Dekanülierung — die endgültige Entfernung der Trachealkanüle — ist in den meisten Fällen das übergeordnete Ziel des therapeutischen Trachealkanülenmanagements. Sie ist kein spontanes Ereignis, sondern das Ergebnis eines strukturierten Prozesses, an dem Logopädinnen, Pflege und Ärzte gemeinsam beteiligt sind.

Nicht jeder Patient mit Trachealkanüle wird dekanüliert werden können. Bei manchen ist die Indikation für die Kanüle dauerhaft — etwa bei progredierenden neuromuskulären Erkrankungen oder bei anatomischen Verhältnissen, die eine physiologische Atmung ohne Kanüle dauerhaft ausschließen. Für alle anderen ist die Dekanülierung das Ziel.


Inhalt dieses Bereichs

Voraussetzungen für die Dekanülierung

Was muss erfüllt sein, bevor eine Dekanülierung versucht werden kann? Eine strukturierte Checkliste der klinischen, respiratorischen und funktionellen Voraussetzungen.

Dekanülierungsschema

Der strukturierte Prozess von den ersten Entblockungsversuchen bis zur endgültigen Kanülenentfernung — Schritt für Schritt, mit Entscheidungspunkten und häufigen Problemen.

Stomaverschluss

Was nach der Dekanülierung mit dem Tracheostoma passiert — abhängig von der Stomaart. Sofortmaßnahmen, Spontanverschluss und wann ein operativer Verschluss notwendig ist.


Wer entscheidet über die Dekanülierung?

Die Entscheidung zur Dekanülierung ist eine ärztliche Entscheidung — aber sie sollte auf einer fundierten Grundlage stehen, die das gesamte Team gemeinsam erarbeitet. Die Logopädin liefert dabei die entscheidenden Daten: Schluckfunktion, Sekretmanagement, Hustenkapazität, Verhalten bei entblockter Kanüle und unter Sprechventil.

Ein Dekanülierungsversuch, der auf unzureichender Befundlage basiert, gefährdet den Patienten und schadet dem therapeutischen Prozess. Ebenso schadet es, wenn eine Dekanülierung hinausgezögert wird, obwohl alle Voraussetzungen längst erfüllt sind.


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