Absaugen

Absaugen bezeichnet die mechanische Entfernung von Sekret aus den Atemwegen durch negativen Druck über einen Absaugkatheter. Bei tracheotomierten Patienten ist es eine der häufigsten pflegerisch-therapeutischen Maßnahmen – und eine der Maßnahmen mit dem höchsten Komplikationspotenzial bei Durchführungsfehlern.

Absaugen bezeichnet die mechanische Sekretentfernung aus den Atemwegen durch negativen Druck. Dafür wird ein Absaugkatheter über die Trachealkanüle eingeführt und Sekret aspiriert, das der Patient nicht selbstständig abhusten kann.

Indikation

Absaugen ist indiziert, wenn Sekret die Atemwege verlegt und weder durch Husten noch durch Mobilisation entfernt werden kann. Es ist keine Routinemaßnahme und sollte nicht nach Zeitplan, sondern nach klinischer Einschätzung erfolgen.

Klinische Zeichen für Absaugbedarf:

  • Hörbare Rasselgeräusche
  • Sichtbares Sekret in der Kanüle
  • Sättigungsabfall ohne andere Ursache
  • Atemarbeit nimmt zu

Prinzip

Ein Absaugkatheter wird unter sterilen oder zumindest hygienischen Bedingungen in die Trachealkanüle eingeführt. Absaugung erfolgt nur beim Herausziehen des Katheters – nicht beim Einführen. Die Absaugzeit sollte 10–15 Sekunden nicht überschreiten.

Risiken

Falsch durchgeführtes Absaugen kann erheblichen Schaden anrichten:

  • Schleimhautläsionen durch zu tief eingeführten oder zu aggressiv bewegten Katheter
  • Hypoxie durch zu lange oder zu häufige Absaugvorgänge
  • Vagale Reaktionen (Bradykardie, Blutdruckabfall) durch Reiz des N. vagus
  • Infektionseintrag bei nicht hygienischer Durchführung

Abgrenzung zur Therapieseite

Dieser Eintrag definiert den Begriff. Indikation, Technik, Materialauswahl und Protokoll sind auf der Seite Therapeutisches Absaugen beschrieben.