Der Cuff-Druck ist der Druck, den der aufgeblasene Cuff auf die Schleimhaut der Trachea ausübt. Er ist einer der relevantesten Parameter im Trachealkanülen-Management, weil sowohl zu hohe als auch zu niedrige Werte klinisch bedeutsame Schäden verursachen können.
Empfohlener Bereich
Der Cuff-Druck sollte im Bereich von 20–30 cmH₂O (entspricht 15–22 mmHg) liegen.
Zu hoher Cuff-Druck (> 30 cmH₂O)
Erhöhter Cuff-Druck komprimiert die Kapillaren der Trachealmukosa. Folgen bei anhaltend hohem Druck:
- Ischämische Schleimhautschäden
- Druckulzera
- Tracheomalazie (Erweichung der Knorpelstruktur)
- Im Extremfall: Trachealnekrose oder Tracheomalazie mit Kollaps
Zu niedriger Cuff-Druck (< 20 cmH₂O)
Zu niedriger Cuff-Druck führt zu:
- Leckage im Beatmungskreislauf
- Insuffizienter Beatmung
- ungünstiger Position der Trachealkanüle in der Trachea
Einflussfaktoren
Der Cuff-Druck ist nicht stabil – er verändert sich durch:
- Patientenlagerung und Bewegung
- Schlucken und Husten
- Temperaturveränderungen (Luft im Cuff dehnt sich aus)
- Zeitlichen Druckverlust durch Diffusion
- Anschließen eines manuellen Cuffdruckmessers
Deshalb sind regelmäßige Messungen – mindestens einmal pro Schicht – klinischer Standard.
Messung
Die Cuffdruckmessung erfolgt mit einem Manometer (Cuffdruckmesser) oder besser mit einem automatischen Cuffdruckregulator.