Dekanülierung bezeichnet die endgültige Entfernung der Trachealkanüle, wenn die Gründe für die Tracheotomie nicht mehr bestehen. Sie ist nicht ein einzelner Moment, sondern der Endpunkt eines strukturierten Prozesses.
Abgrenzung
Dieser Eintrag definiert den Begriff. Der gesamte Dekanülierungsprozess – Voraussetzungen, Schema, Stufenplan und Entscheidungskriterien – ist im Hub Dekanülierung beschrieben.
Voraussetzungen (Überblick)
Dekanülierung setzt voraus, dass:
- Die ursprüngliche Indikation für die Tracheotomie weggefallen ist
- Atemweg, Schutzreflexe und Sekretmanagement ausreichend sind
- Kein dauerhafter Beatmungsbedarf besteht
- Eine instrumentelle Befundung (FEES) erfolgt ist
Stufenprozess
Dekanülierung erfolgt üblicherweise schrittweise: Cuff-Entblocken, Kalibrenanpassung, Stomaverschluss-Vorbereitung. Ein abruptes Entfernen der Kanüle ohne vorherigen Stufenprozess ist nicht leitlinienkonform.
Stomaverschluss
Nach Dekanülierung verschließt sich das Tracheostoma in der Regel spontan innerhalb weniger Tage bis Wochen. Bei persistierendem Stoma kann ein operativer Verschluss notwendig sein.