Fensterung

Eine Fensterung (auch: Siebung) ist eine oder mehrere Öffnungen in der dorsalen Wand des Schafts einer Trachealkanüle. Sie ermöglicht bei entblocktem Cuff den Durchtritt von Luft durch den Schaft in Richtung Larynx – als Voraussetzung für Phonation ohne Kanülenwechsel.

Eine Fensterung – auch Siebung genannt – ist eine Aussparung oder Öffnung in der hinteren (dorsalen) Wand des Kanülenschafts einer Trachealkanüle. Sie durchbricht die geschlossene Röhrenform des Schafts und schafft eine direkte Verbindung zwischen Trachea und dem Raum oberhalb der Kanülenspitze.

Funktion

Bei entblocktem Cuff kann über die Fensterung Luft aus der Trachea in Richtung Larynx strömen. Das ermöglicht:

  • Phonation: das verfügbarer Lumen für die Exspiration wird optimiert, bei einer entblockten Trachealkanüle
  • Verbesserte Sensibilität: Durch die Fensterung / Siebung strömt ein bisschen Luft bei der Exspiration durch den Larynx und dann durch den Pharynx und kann dort für den Erhalt der Awareness der schluckrelevanten Strukturen nutzbar gemacht werden

Voraussetzungen für Phonation mit Fensterung

  • Cuff muss entblockt sein
  • Ausreichende exspiratorische Kraft
  • Keine wesentliche Obstruktion auf Larynxebene
  • Gut sitzende Fensterung (Position der Öffnung muss in der Trachea, nicht im Weichteilgewebe liegen)

Risiken

  • Granulombildung: Fehlpositionierte oder ungünstig geformte Fensterungen können Granulome an den Rändern provozieren
  • Sekretretention: Sekret kann in die Fensteröffnung gelangen
  • Falscher Kanal beim Absaugen: Absaugkatheter kann durch die Fensterung in das peritracheale Gewebe vordringen – daher beim Absaugen immer die ungefensterte Innenkanüle einlegen

Klinische Praxis

Fensterung ist nicht bei jedem Patienten sinnvoll. Voraussetzung ist eine korrekte Lage der Fensteröffnung in der Trachea und eine ausreichende Atemwegssituation.