HME steht für Heat and Moisture Exchanger – auf Deutsch: Wärme-Feuchtigkeits-Tauscher. Es ist ein passives Filterelement, das auf die Trachealkanüle aufgesetzt wird und die Konditionierungsfunktion der oberen Atemwege (Nase, Nasopharynx) kompensiert, die durch das Tracheostoma umgangen werden.
Funktion
Die oberen Atemwege wärmen eingeatmete Luft an, befeuchten sie und filtern Partikel. Bei tracheotomierten Patienten entfällt diese Strecke. Der HME übernimmt:
- Anwärmen: Eingeatmete Luft wird vorgewärmt
- Befeuchten: Expiratorische Feuchte wird gespeichert und bei der nächsten Einatmung abgegeben
- Filtern: Partikelabscheidung (je nach Modell in unterschiedlichem Ausmaß)
Indikation
HME bei allen tracheotomierten Patienten, die keine aktive Befeuchtung erhalten und selbstständig atmen.
Kritische Einschränkung: HME und Sprechventil
Ein HME und ein Sprechventil können nicht gleichzeitig sinnvoll getragen werden.
Das Sprechventil ist ein Einwegventil: Luft strömt durch die Kanüle ein, aber nicht durch sie aus – die Exspiration erfolgt nach oben über Larynx und Mund. Damit wird die gespeicherte Exspirationsfeuchte nicht durch den HME zurückgeführt. Der HME ist bei getragenem Sprechventil funktionslos. Produkte, die HME und Sprechventil kombinieren sollen, sind physiologisch nicht sinnvoll.
Einsatz in der Praxis
Auswahl, Indikation und praktischer Einsatz des HME sind auf der Seite HME in der Praxis beschrieben.