Ein Sprechventil ist ein Einwegventil, das auf die Trachealkanüle aufgesetzt wird und den exspiratorischen Luftstrom gezielt nach oben – durch Larynx, Pharynx und Mund – umleitet.
Funktionsprinzip
- Inspiration: Das Ventil öffnet. Luft strömt durch die Kanüle in die Lunge.
- Expiration: Das Ventil schließt. Luft kann nicht durch die Kanüle ausströmen und wird nach oben über den natürlichen Atemweg geleitet.
Durch den subglottischen Luftstrom werden Phonation und physiologisches Schlucken ermöglicht.
Voraussetzungen
Ein Sprechventil funktioniert nur bei vollständig entblocktem Cuff. Mit geblockt liegendem Cuff ist der nach oben gelenkte Exspirationsstrom vollständig blockiert – Erstickungsgefahr. Das ist keine Einschränkung, sondern eine absolute Kontraindikation.
Wichtig: Sprechventil und HME
Sprechventil und HME können nicht sinnvoll kombiniert werden. Der HME nutzt die Exspirationsluft zur Wärme- und Feuchteaufnahme – bei getragenem Sprechventil strömt die Exspirationsluft nicht durch den HME. Der HME ist damit funktionslos.
Klinische Bedeutung
Das Sprechventil ist eines der wirksamsten Mittel zur Lebensqualitätsverbesserung bei tracheotomierten Patienten: Es ermöglicht Sprache, verbessert das Schlucken, fördert den Hustenreflex und erleichtert die Dekanülierungsvorbereitung.
Einsatz in der Therapie
Indikation, Einführungsprotokoll und Monitoring sind auf der Seite Sprechventil in der Therapie beschrieben.