Therapie

Die Therapie tracheotomierter Patientinnen und Patienten hat zwei übergeordnete Ziele: die Auswirkungen der Trachealkanüle so weit wie möglich zu minimieren — und die Indikation für die Trachealkanüle langfristig zu beseitigen.

Logopädinnen sind an beiden Zielen maßgeblich beteiligt. Nicht weil die Ursache für die Tracheotomie immer logopädisch behandelbar ist, sondern weil Schlucken, Sprechen und Atemwegsschutz genau die Funktionen sind, die eine Trachealkanüle am stärksten beeinträchtigt.


Grundprinzip: So früh wie möglich

Therapeutisches Trachealkanülenmanagement beginnt nicht erst, wenn der Patient stabil und kooperativ ist. Es beginnt so früh wie möglich — auch auf der Intensivstation, auch beim sedierten Patienten. Prophylaktische Maßnahmen wie Mundpflege und Lagerung sind ab dem ersten Tag möglich und sinnvoll.

Je länger die Trachealkanüle ohne therapeutische Intervention liegt, desto ausgeprägter sind die Sekundärfolgen: Sensibilitätsverlust im Larynx, Reduktion der Schluckfrequenz, Muskelabbau, Kommunikationseinschränkung.


Inhalt dieses Bereichs

Therapeutisches Entblocken

Der erste und wichtigste Schritt im Dekanülierungsprozess. Voraussetzungen, Vorgehen, mögliche Probleme.

Therapeutisches Absaugen

Wann und wie Logopädinnen absaugen dürfen und müssen. Steriles Vorgehen, Vorbereitung, Absaugtiefe.

Sprechventil: Einsatz in der Therapie

Der klinische Ablauf beim ersten Sprechventileinsatz — Vorbereitung, Monitoring, Steigerung der Tragezeit.

Therapeutische Mundpflege

Mundpflege bei TK-Patienten ist mehr als Hygiene. Sie ist eine therapeutische Maßnahme mit direktem Einfluss auf Schluckfunktion und Aspirationsrisiko.

Sekretmanagement

HME, subglottische Absaugung, Inhalation, Lagerung: alle Maßnahmen zur Kontrolle des Sekrets in den Atemwegen.

Schlucktherapie

Dysphagietherapie beim tracheotomierten Patienten — Besonderheiten, Ziele, Methoden.

Kommunikation ohne Stimme

Strategien und Hilfsmittel für Patienten, die (noch) nicht phonieren können.

Pharyngeale Elektrostimulation

Ein apparatives Verfahren zur Verbesserung der Schluckfunktion bei neurogener Dysphagie — Indikation, Wirkprinzip, Evidenz.

Trachealkanüle wechseln

Wann Logopädinnen einen Kanülenwechsel durchführen dürfen, wie der Ablauf ist und was dabei zu beachten ist.

Rechtliche Aspekte

Haftung, Delegation und Dokumentation: der rechtliche Rahmen für das therapeutische TK-Management.


Weiterführend